Das kleine JAGARO Wein und Armagnac ABC

A

Abbauen:  ist eine Alterserscheinung, hauptsächlich wird das Abbauen herbeigeführt  durch den Säureverlust  ( -> Altern ).

Abfüllen: Umfüllen der Flaschen aus den Fässern.

Abgang: ist der Eindruck, den beim Probieren des Weins das Schlucken hinterlässt. Wird im Gaumen kein Geschmack verspürt, so ist der Wein „kurz“, auch wenn er mit der Zungenspitze geschmeckt wurde. 

Abgerundet: Ein Wein, der der Herkunft, der Traubensorte und dem Jahrgang nach nichts zu wünschen übriglässt, heiß er ist abgerundet. Er ist Voll im Geschmack. Muss aber kein großer Wein sein.

Abstich: Nach der ersten Gärung muss der Wein von der Hefe (Trub)  getrennt werden. Der junge Wein wird aus dem Gärfass in ein anderes Fass umgefüllt: er wird abgestochen. Meistens geschieht das bereits im Dezember. Acht Wochen später erfolgt dann ein zweiter Abstich, bei größeren Weinen oftmals sogar ein dritter, auch oft mit einer Filterung verbunden. 

Adstringierend: bedeutet „zusammenziehend“. Die Geschmacksempfindung findet man vor allem bei gerbstoffreichen Rotweinen. 

Affenthaler: ist ein Rotwein der Spät- oder Blauburgunder-Traube aus dem Ave-Tal, daher auch der ursprüngliche Name. Er kommt im mittleren Schwarzwald zwischen Bühl und Durbach vor. Leider wird er häufig mit afrikanischem Rotweinen verschnitten. 

Alkohol: ist eine farblose und leicht verdampfende Flüssigkeit. Sie entsteht durch die Einwirkung von Hefepilzen  (Enzyme) auf den Zucker der Trauben, der in Alkohol und Kohlensäure aufgespalten wird. Der Alkoholgehalt deutscher Weine liegt z2ischen 8 und 13, französischer, italienischer, spanischer und anderer Weine außerhalb Mitteleuropas zwischen 10 und 15, bei Südweinen zwischen 18 und 25 Prozent. Die Höhe des Alkohols ist durchaus kein Gütemerkmal.

Altern: Die Auffassung, dass Wein desto besser ist, je älter er ist, gilt nicht mehr. Jeder Wein hat ein bestimmtes Lebensalter, seine Jugend, seine Reife und sein Alter. Älter als drei bis fünf Jahre sollte nur werden: Spitzengewächse der Bordeaux-, Burgunder- und deutschen Weißweine sowie Portweine. Von den italienischen Weinen zählen hierzu der Barolo, der Gattinara, der Barbaresco, der Barbera und Chianti sowie einige andere Weine die durchaus aufgrund des Jahrgangs eine lange Haltbarkeit erreichen können.

Amabile: ist die italienische Bezeichnung für liebenswürdig und angenehm. Wird bei Weinen als Bezeichnung angewandt, die zwar trocken sind, aber trotzdem ziemlich süß schmecken können. 

Amontillado: ist eine der drei wichtigsten Sherry-Sorten, meist halbtrocken bis trocken.

Anjou: der Teil der französischen Loire-Landschaft, deren Rosé-Weine die verbreitetsten Weine, aber nicht immer unbedingt die besten sein müssen.

Anregend: ist ein Wein, der zum Weintrinken einlädt oder reizt, ohne sehr anspruchsvoll zu sein. 

Anstechend: ist das Einschlagen des Zapfhahns in das Zapfloch des Fasses.

Anteil der Engel: ist der Flüssigkeits- und Alkoholschwund durch das Verdunsten während der Fasslagerung.

Appellation contrôlée: wurde 1935 in Frankreich 1935 eingeführt und ist eine staatlich überwachte Bezeichnung. Sie garantiert die Herkunft eines Weines aus einem ganz bestimmten Gebiet, aber auch die vorgeschriebene Verwendung einer ganz bestimmten Traubensorte, die Einhaltung der gleichfalls vorgeschriebenen Pflege wie der Schnitt oder der Dünger sowie die Ernte des Weins zu einem bestimmten Zeitpunkt. Die Appellation contrôlée schreibt schließlich auch den Umfang der Bepflanzung der einzelnen Weinberge vor. Die Bezeichnung, häufig zu A.O.C. abgekürzt, ist auf dem Etikett vermerkt. 

Appellation l’Origine: ist die Herkunftsbezeichnung für französische Weine. Sie gliedern sich in die Appellation contrôlée, die Vins Délimites de Qualité Supérieure (V.D.Q.S.) und die Appellation simple. Das Weinsiegel mit dem Aufdruck V.D.Q.S. wird von den provinziellen oder örtlichen Winzerverbänden außerordentlich streng kontrolliert. Wenn auch keine Spitzenweine, so doch sehr gute Weine. Weine der Appellation simple müssen nur den gesetzlichen Bestimmungen über Weinfälschung genügen.

Armagnac: Weinbauregion in Südwest-Frankreichs und das Produktionsgebiet des gleichnamigen Branntweins.

Armagnac blanc:
weißer Armagnac,regionale Bezeichnung für die untere Region Haut Armagnac.

Armagnac noir: schwarzer Armagnac, regionale Bezeichnung für untere Region Bas Armagnac.

Aroma: ist ein sehr schwer definierbarer Ausdruck, sollte aber den „ersten Duftstoffe eines Weins“ symbolisieren, bei jungen Weinen ist dieser Duftstoff eher wahrnehmbar als bei älteren Weinen.

Art: Ein Wein, der Art hat, erfüllt die Ansprüche, die man an ihn nach Herkunft, Traubensorte, Charakter, Jahrgang und Alter stellt.

Assemblage: Verschnitt

Ausbau
: sind alle Maßnahmen der Kellerwirtschaft, um Wein haltbarer und unempfindlicher gegen Hitze, Kälte und Lichteinwirkung zu machen. Sie sollen dadurch nicht ihre Reinheit und Ausgeglichenheit verlieren.

Ausgeglichen: bedeutet „harmonisch“. 

Auslese: ist eine Qualitätswein mit Prädikat, bei dem nur vollreife Trauben unter Aussonderung aller kranken und unreifen Beeren verwendet werden dürfen, dem kein Zucker zugesetzt werden darf und auf Antrag einer Prüfungsnummer, die auf dem Etikett zu verzeichnen ist, zugeteilt wird. Der deutschen Auslese entspricht der ungarischen und burgenländische „Ausdruck“.

 

 

B

Backpflaume: ist die typische Geschmacks- und auch Duftnuance des Armagnac.

Baco:
ist eine der Rebsorten für den Brennwein. Kann zur Herstellung von Armagnac verwendet werden.

Barbaresco
: ist einer der besten italienischen Rotweine aus dem gleichnamigen Ort in Piemont und wird aus der Nebbiolo-Traube gekeltert. 

Barbera: Italienische Traubensorte und gleichzeitig Bezeichnung für einen vollen Rotwein aus dem Piemont in Norditalien. 

Bardolino: ist ein leichter, aber sehr empfehlenswerter Rotwein von Ostufer des Gardasees.

Barolo: ist wohl der beste  Rotweine aus dem Piemont in Norditalien, wie der Barbaresco aus der Nebbiolo-Traube gekeltert und, wenn er gut abgelagert ist, mit den besten Weinen der französischen Côte-de-Rhône vergleichbar ist.

Bas-Armagnac: Unterregion des Armagnac und auch eine der Appelationen.

Basquaise: ist die typische Armagnac Flasche in der Boxbeutelform, wird heute nur noch selten verwendet.

Beaujolais
: ist ein Weingebiet im südlichen Teil der Landschaft Burgunder und wird aus der Gamay-Traube gekeltert. Die Weine, die auf Granitboden wachsen, sind leichter und süffiger als die großen Weine der Côte d’Or. Es empfiehlt sich, diese jung und bei Kellertemperatur zu trinken. Allerdings haben wir auch schon sehr gute Erfahrung mit sehr alten, mehr als 50 Jahre alten Beaujolais Weinen gemacht.

Beerenauslese: ist ein Qualitäts-Weine mit Prädikat, für die dasselbe gilt wie für die Auslese, nur dass nur das sie darüber hinaus nur aus edelfaulen oder doch überreifen Trauben gekeltert werden dürfen.

Blume: ist ein lobendes Prädikat für Weine, die im Geruch an den Duft der Traube erinnert. 

B.N.I.A.: ist die Staatliche Kontrollinstanz für die Armagnac region zur Überwachung der Produktion und der Lagerung des Armagnacs.

Bocksbeutel
: ist eine Flaschenform, die einer zusammen gedrückten Kugel gleicht, hautsächlich für Frankenweine, aber auch für badischen Mauerwein und für portugiesische Weine benutzt. Er wurde auch als Ursprungsflasche für den Armagnac Flaschen verwendet.

Böckser: ist die Bezeichnung für Weine, die faulig schmecken, weil entweder Heferückstände zurückblieben oder er unfachgemäss bzw. geschwefelt wurden. 

Bonbonne: ist ein Glasballon zur Aufbewahrung des Branntweins nach der Reife, typisch für den Armagnac.

Bordeaux
: Mittelpunkt des gleichnamigen größten französischen Weinbaugebiets mit einer Gesamtrebfläche von mehr als 50.000 Hektar und einer durchschnittlichen Jahreserzeugung von 2,5 bis 3 Millionen Hektoliter Wein. Eingeteilt in die Hauptweingebiet: Médoc, Graves, Sauternes, Pomerol, St. Emilion, Côtes de Blaye, Côte de Bourg und Entre-deux-Mers. Die Spitzengewächse der Rotweine unterliegen einer seit 1855 bestehenden genauen Klassifizierung mit der Klasse 1 bis 5. 

Brennwein: ist ein importierter Wein z.B. der Charente, aus dem Branntwein hergestellt wird. 

Brut: Französische Bezeichnung für trocken oder herb, vor allem beim Champagner gebräuchlich. Theoretisch sollte beim Brut-Champagner kein Zucker zugesetzt werden. 

Bukett: ist die Gesamtheit der Duft- und Aromastoffe. Nach Alter und Sorten verschieden. Soweit sie ein ausgesprochenes Bukett haben, kann man die Rebarten daran unterscheiden. 

Burgund: ist eine französische Landschaft im Südosten des Landes (französisch: Bourgogne), deren Weine in folgenden Anbaugruppen aufgeteilt sind: Auxerois (Chablis), Côte d’Or mit den feinsten Weinen, Chalonais, Maconais und Beaujolais. 

 

 

C

Cabernet: ist eine im Weinbaugebiet des Bordeaux angebauten Traubensorte neben dem Sauvignon und dem Cabernet Franc. 

Cabinet: ist der Kabinett Wein.

Castelli Romain: ist ein Wein aus neun Orten in den Albaner Bergen südöstlich von Rom. Am bekanntesten der Frascati, ein kräftiger Weißwein.

Chabils: ist eine Bezeichnung für trocken, oft vorzügliche Weißweine aus der Umgebung der französischen Kleinstadt Chabils. 150 km südöstlich von Paris. Er wird aus der Chardonnay-Traube gekeltert. 

Chai: ist ein oberirdischer Lagerraum für die Armagnac-Fässer.

Chambertin
:  ist einer der berühmtesten Rotweine der burgundischen Côte d’Or.

Champagner: ist ein Völkerrechtlich geschützter Name  für Schaumweine aus der gleichnamigen nordfranzösischen Landschaft beiderseits der Marne. Der Champagner, ebsno wie auch Sekt, ist immer ein Verschnitt-Wein aus verschiedenen Herkunftsgebieten. Entscheidend ist das Cuvée.

Chardonnay: ist einer der besten französischen Weißweintrauben, aus der u.a. der weiße Burgunder gekeltert wird. Manchmal auch Pinot Blanc genannt.

Charente: ist die Weinbauregion nordöstlich des Bordeaux und das Produktionsgebiet des Cognac.

Chasselas
: ist die französische Bezeichnung für die deutsche Gutedel-Traube.

Château: Nicht gleichbedeutend mit „Schloss“. Jeder Weinbauer des Bordeauxgebiets darf sein Anwesen Château nennen. Dagegen darf die Bezeichnung Château auf dem Etikett nur geführt werden, wenn zu ihm auch ein Weingut gehört, aus dem der betreffende Wein gewonnen wird.

Château-Neuf-du-Pape: ist ein ekannter, kräftiger Rotwein aus der Nähe des gleichnamigen Dorfes nördlich von Avignon im Rhône-Tal. Er kann einen sehr hohen Alkoholgehalt bis zu 14% haben und ist auch als sehr lang haltbarerer Wein bekannt.

Chianti: ist im strengen Sinn nur Rot- und Weißwein aus der italienischen Toskana. Die Weine, die zwischen Florenz und Siena wachsen, werden Chianti Classico bezeichnet und gelten als die besten. 

Cinque Terre: ist ein alkoholreicher, etwas süßer Weißwein aus dem Gebiet der gleichnamigen Küstensiedlung zwischen Genua und Spezia.

Clevner: ist ein Traminer. 

Climat: ist die französische Bezeichnung für Weinberg, vor allem in Burgund. 

Clos: ist die französische Bezeichnung für einen ummauerten Weinberg.

Colombard: ist eine der Rebsorten für den Brennwein

Côte
: ist die französische Bezeichnung, entweder für Küste und Hügel und Abhang. In der Regel Bezeichnung für ein sich am Fuß eines Flusses oder Sees hinziehende Gelände, einer der Ausnahmen ist die Côte d’Or. Die bekanntesten Côtes sind die Côte Rotie, Côtes-de-Provence, Côte-de-Jura, Côte-du-Rhône. In der Schweiz trägt das Nordostufer des Genfer Sees die Bezeichnung „La Côte“ schlechthin.

Côte d’Or: ist das Anbaugebiet der besten Burgunderweine zwischen Dijon und Chalon-sur-Saône, westlich der großen Nationalstraße, die Paris mit Marseille verbindet. Mittelpunkt: Beaune. Sie wird aufgegliedert in: Côte-de-Dijon, Côte-de-Nuits und Côte-de-Beaune. 

Crus: ist die französische Bezeichnung für Lage oder für die Klassifizierung von Weinen.

Cuvée: ist das französische Wort für „Verschnitt“. In erster Linie bei der Champagnerzubereitung gebräuchlich, aber auch bei Stillweinen, in erster Linie beim Bordeaux, angewandt. Verschnitt hat für die Franzosen keine qualitätsmindernde Bedeutung. Tête du Cuvée ist bei Burgunderweinen die beste Partie eines Weinjahres.

 

 

D

Demi- Sec: bedeutet auf Französisch: halb trocken, praktisch süß 

Depot: ist die Niederlage von festen Bestandteilen im Wein, beim Weißwein meist farb- und geruchlos und den Wein nicht schmälernde Weinsäurekristalle, bei Rot- und Südweinen dagegen bitter schmeckende, meist Gerbstoffe enthaltende Substanz, die durch Dekantieren abgetrennt werden müssen.

Destillation: ist der einmalige (Alambic) oder zweimalige (Double chauffe) Brennvorgang zur Gewinnung des Branntweins.

Deutsches Weinsiegel
: ist das Gütezeichen, das von der Deutschen Landwirtschaftlichen Gesellschaft (DLG) nach Prüfung durch eine neutrale Kommission vergeben wird. Befindet sich als rotes Siegel am Flaschenhals. Einzelne deutsche Weinbaugebiete wie Baden und Franken verleihen für ihre Weine besondere Siegel. Die höchste Auszeichnung ist die Preismünze der DLG in drei Klassen.

Dosage: ist der Zusatz einer Lösung mit Zucker und altem Wein zu Schaumwein; von Brandwein oder altem Wein bei Südweinen. 

Double chauffe: ist das Destillationsverfahren in zwei Durchgängen. Dieses Verfahren wird beim Cognac ausschließlich angewandt. Beim Armagnac ist dieses Verfahren seit 1972 zugelassen.

Dry
: ist der englischer Ausdruck für trocken, manchmal bei Champagnern, in der Regel bei Südweinen gebräuchlich. 

Dünn: ist ein Wein mit zu wenig Körper, Alkohol und Säure. Das Gegenteil auch bei Wein: dick. 

 

 

E

Edelfäule: ist die Fäule, die bei längerem mildem Herbstwetter in erster Linie bei der Riesling-Traube, aber auch bei Sauternes-Traube eintritt, ohne die Traube regelrecht verfaulen zu lassen. Verursacht durch einen Schimmelpilz (Botrytis cinerea), der die Schale der Beeren, die einschrumpeln und so einen hohen Zuckergehalt (25 – 45 Prozent) gewinnen. Edelsäure ist die Voraussetzung für Beeren- und Trockenbeerenauslesen. 

Eiswein: ist eine besondere deutsche Rarität unter den „Qualitätsweinen mit Prädikat“, bei dem die Trauben bei der Lese und Kelterung natürlich vereist sein müssen. 

Ebling: ist eine sehr alte deutsche Traubensorte, die viel, aber nur kleinen Weißwein bringt. Ist heute so gut wie überall durch andere Traubensorten ersetzt. Andere Bezeichnungen: Kleinberger und Räuschling. Nicht mehr zugelassen sind Elblingreben in folgenden deutschen Weinbaugebieten: Reinhessen- Pfalz, Bergstraße (Regierungsbezirk Darmstadt), Württemberg, Franken. 

Elsaß: ist das östlichste französische Weinbaugebiet zwischen Rhein und Vogesen mit einer alten deutschen Tradition. Erzeugt werden Weine unterschiedlicher Qualität und aus verschiedenen Traubensorten: Riesling, Gewürztraminer, Tokajer (Pinot Gris), Clevner (Pinot Blanc), Silvaner, Elbling (Knipperle) und Gutedel (Chasselas). Die Elsässer Weine reifen voll aus und werden nicht gezuckert. Typisch ist ihr besonderer Traubengeschmack. 

Ester: ist ein Träger von Duftstoffen, zu einer Klasse von organischen Verbindungen gehörend, die unter Wasserabspaltung aus organischen Säuren und Alkohol entstehen.

Eau-de-Vin: Branntwein

Extraktgehalt
: ist der Körper

 

 

F

Fass: wurde früher aus Holz (Eiche, Kastanie und amerikanisches Rotholz), heute weitgehend aus Metall hergestellt. Bezeichnung in Deutschland: Fuder, Stück (Halb- und Viertelstück). 1 Fuder oder Stück = bis zu 1840 Liter.

Federweißer: ist ein Wein nach der ersten Hautgärung mit Rest Hefe und viel Kohlensäure. Auch Sauer genannt. „Heuriger“ ist kein Federweißer, sondern Wein des letzten Jahrgangs. 

Fendant: ist die Bezeichnung für Gutedelwein im Schweizer Kanton Wallis. 

Fest: ist ein Wein mit ausgewogenem Säuregehalt. 

Feurig: ist ein Wein mit relativ hohem Alkoholgehalt, dabei sehr reif und auch ausgeglichen. 

Fino: ist die Bezeichnung für den hellen und trockenen Sherry.

Firn: Weine, die den Höhepunkt ihrer Entwicklung überschritten haben und matt werden haben bereits eine sehr ausgeprägte Firne. Die erste Firne oder Edelfirne sind manchmal sogar erwünscht.

Flaschengärung: ist die Herstellung von Schaumwein in Flaschen nach altem Verfahren und nicht in Tanks oder Bulks. Das Verfahren ist kostenintensiver, aber verspricht auch eine höhere Qualität.

Folle blanche: eine der Rebsorten für den Brennwein

Fond de Ferre:
ist ein für den Armagnac typisches Nachwirken des Bouquets im bereits leeren Glas.

Frappieren
: bedeutet Wein rasch mit Eis kühlen (französisch: frapper).

Frisch: ist ein Wein mit genügender, aber nicht stark hervortretender Säure. 

Fruchtig:  ist ein Wein mit ausgesprochenem Traubengeschmack. 

Frühlese: ist die vorzeitige Lese wegen Fäulnis (anhaltender Regen), Hagelschlag oder Frost.

Furmint: ist die beste ungarische Traubensorte für Weißwein. Sie liefert den berühmten Tokajer.

 

 

 G

Gamay: ist eine bewehrte französische Rotweintraube, die vor allem auf Urgestein gedeiht und unter anderem auch den Beaujolais liefert.

Gärung: ist der Zerfall des Traubenzuckers in Alkohol und Kohlensäure unter Einfluss von Hefepilzen. Die Gärung kann unterbrochen oder gestoppt werden, um einen Rest von Zucker zu erhalten. Der Wein muss dazu sterilisiert werden, was meist mit Hilfe eines Entkeimungsfilters (E.K.) geschieht. Die Ergebnisse sind nicht immer befriedigend. 

Gascogne: ist die Region im Südwesten Frankreichs und es war ein früheres Herzogtum.

Gefällig
: ist ein angenehm zu trinkender, aber nicht unbedingt sehr großer Wein. 

Gemarkung: ist die Rebfläche einer Gemeinde. 

Gerbsäure: ist eine geschmacks- und duftbildende Substanz, Tannin, aus dem Holz der Fässer.

Gespritet
: bedeutet Spriten. Das Verstärken des Alkoholgehaltes des Weines mit Branntwein oder Weinbrand.

Gewächs: ist ursprünglich die Reb- bzw. Traubensorte. In Deutschland Qualitätsweine aus einem bestimmten Weingut, auch Orginal-Abfüllung genannt..

Gewürztraminer: Nicht aus dem Südtiroler Weinstädtchen Tramin stammend, sondern wahrscheinlich eine schon von den alten Ägyptern angebaute Traubensorte. Der Gewürztraminer liefert einen sehr würzigen, fast parfümiert schmeckender Weißwein.

Groß (französisch grand): ist die etwas vage Bezeichnung für absolute Qualitätsweine aus bestimmten sonnenreichen Jahrgängen.

Gumpoldskirchen: ist ein berühmter Weinort zwischen Wien und Baden, Nahe Mödling, im wunderschönen Niederösterreich.

Gutedel: ist ein in Baden, Württemberg, der Schweiz und dem Loriental viel angebaute Weißweintraube, die gefälligen Tischwein liefert. Weitere Bezeichnungen sind Markgräfler, Moster, Chasselas und auch Fendant.

 

 

Harmonisch: ein ein Wein, bei dem alle Geschmacks- und Genusskomponenten, Süße und Säure, Körper und Alkoholgehalt richtig aufeinander abgestimmt sind. 

Hart: sind Weine, deren Säure nicht durch genügend Alkoholgehalt ausgeglichen  wird. Jungweine, die hart sind, können beim Reifen noch sehr harmonisch werden. 

Haut: ist die französische Bezeichnung für hoch, die sich bei Weinen aber nur auf die Höhe der Lage, nicht auf die Qualität bezieht. 

Herb:  sind meist Rotwein mit vielen Gerbstoffen, wie zum Besipiel viele Weine von Bordeaux, sofern es sich nicht um Hochgewächse handelt. 

Hermitage: ist ein bekannter Côte-du-Rhône- Wein aus einem Weinberg 75 km südlich von Lyon, aus einer besonderen Traube, der Syrah- Traube, die der Legende nach aus Persien (Schirach) stammen soll.

Heuriger: ist die Österreichische Bezeichnung für Schoppenweine des letzten Jahrgangs. 

Hock: ist die englische Bezeichnung für Rheinwein überhaupt, von Hochheim abgeleitet.

Hybriden: ist die Kreuzung von amerikanischen und europäischen Rebsorten, deren Anbau in Deutschland verboten ist. 

 

 

I

Imprägnieren: ist die künstliche Zusetzung von Kohlensäure zu Wein.

 

 

J

Jahrgang: wird in Deutschlang, Österreich und der Schweiz meist auf dem Etikett angegeben, in Frankreich und in den Mittelmeerländern mitunter bei besonders guten Jahren.

Jahrgangs-Armagnac: Armagnac aus den Grundweinen und den Destillaten ausschließlich nur eines Jahrgangs.

Jeréz: ist das Zentrum des Anbaus und des Handels von Sherry- (eigentlich Jerez-)weinen. 

Johannisberg: ist ein berühmter Weinort mit Schloss im Rheingau. Johannisberger heißt in der Schweiz die  Silvaner-Traube.

Jung: ist ein Wein, der seine Reife noch nicht erreicht hat, was unterschiedlich lange dauern kann. 

 

 

K

Kabinett: oder auch Cabinet geschrieben. Ursprünglich ist ein Wein, den sich regierende Herren für ihr Cabinet bestellen. Heute auch nach dem ersten Weingesetz von Juli 1971 etwas vage Bezeichnung für Weine, die in einem einzigen Bereich geerntet wurden, einen gesetzlich festzulegenden Alkoholgehalt besitzen und nicht gezuckert sind.

Kadarka: ist eineRotweintraube in Ungarn und in den Balkanländern. 

Kaiserstuhl: gilt zusammen mit den Tuniberg als bekanntes badisches Weinbaugebiet auf vulkanischem Boden mit dicker Lößschicht westlich von Freiburg, berühmt vor allem durch seine Ruländer und den Weißherbst (Roséwein).

Kalterer See: alle Weine, die zwischen Bozen und der Salurner Klause in Südtirol wachsen, dürfen Kalterer See genannt werden. Das Weinbaugebiet ist größer als das der Nahe.

Korkbrand: Der in den Flaschenkorken eingebrannte Name des Weingutes oder Abfüllers ist noch keine Gütegarantie. Früher durfte „Korkbrand“ auf dem Etikett, in Weinkarten und Preislisten nur angegeben werden, wenn es sich um Naturweine handelte. Da Natur oder Ableitungen davon nach dem Weingesetz von 1971 nicht mehr gebraut werden dürfen, sind noch Ausführungsbestimmungen zu erwarten.

Körper: ist gleichbedeutend mit Substanz. Wird bestimmt durch die Extraktstoffe eines Weines, die beim Verdampfen zurückbleiben, wie Salz, Glyzerin (dreiwertiger Alkohol, von dem ein guter Wein 3 bis 6 g pro Liter besitzen muss), Zucker und Säure. Wichtig ist vor allem der richtige Glyzeringehalt.

Kurz: Weine, die keinen „Abgang“ haben, die mit dem Gaumen nicht mehr geschmeckt werden.

 

 

L

Lacrimae Christi: ist ein trockener oder süßer Weißwein von den Hängen des Vesuvs oder aus der Umgebung von Neapel.

Lage: ist ein im Katasteramt eingetragenes, zu einer bestimmten Gemarkung gehörendes Rebengelände, in Baden und Württemberg Gewann geheißen, in Österreich Rieden. 

Lambrusco: Meist leicht schäumender, nicht sonderlich wertvoller Rotwein aus der südlichen Lombardei und der Emilia- Romagna.

Liebfrau(e)nmilch: Ursprünglich ein kleiner Weingarten an der Liebfrauenkirche in Worms. Später Phantasiename für viele rheinhessische Weine. 

Lieblich: Ein ausgeglichener Wein mit relativ wenig Alkohol.

Limousin-Eiche: Rohmaterial für die Fässer des Cognacs. Diese Fässer sind für den Armagnac weniger geeignet, hier wird eher das Material Schwarzeiche verwendet.

Loirewein
: sind sehr unterschiedliche Weine von der Loire und ihre Nebenflüssen. Bekannt sind die Rosé d’Anjou, der herbe Muscadet, der bereits in den Bretagne wächst, die Schaumweine von Saumur und die zum Teil vorzüglichen Weißweine von Sancerre, Pouilly, Quincy und Reuilly.

 

 

Mâconweine: sind meist Rotweine aus dem Mâconnais, das nördlich von Beaujolais liegt. Die aus der Gamay-, Pinot- Noir- und Pinot- Gris- Traube gekelterte Weine sind weniger lieblich und süffig als die des Beaujolais. 

Madeira: sind mit hochprozentigen Branntwein gespritete Dessertweine von der gleichnamigen portugiesischen Insel im Atlantik, durchaus nicht immer süß, sondern zum Teil so trocken wie die Fino- Sherrys. Sercial und Verdelho sind trockene, Bual süße Madeiras.

Main-Riesling: ist eine seit 1935 in Franken angebaute Traubensorte. Eine Kreuzung zwischen Riesling und Silvaner mit hohen Mostgewichten auch in mittleren Jahren.

Malvasier: ein sehr süßer und schwerer Dessertwein aus der gleichnamigen Traube, aus der griechischen Ägäis stammend und auch auf Madeira und den Lipariinseln in Italien angebaut.

Manzanilla: ist das offizielle Getränk der spanischen Stierkämpfe. In Spanien als Sherry deklariert, aber von anderem, leicht salzigem Geschmack, der wahrscheinlich von seinem Anbau an der Atlantikküste herrührt.

Mariage: frz. Hochzeit, ist die Bezeichnung für Verschnitt.

Marsala
: ist ein hochprozentiger Traubenbranntwein gespriteter, größtenteils süßer Dessertwein aus Sizilien, ursprünglich in der Umgebung der westsizilianischen Hafenstadt gleichen Namens angebaut. Einer der wenigen italienischen Weine, für die genaue staatliche Herstellungsbestimmungen bestehen.

Médoc: ist ein Weingebiet von Bordeaux, aus dem die besten roten Bordeaux (Lafit, Mouton- Rothschild. Margaux usw.) kommen. 

Merlot: ist eine französische Traubensorte, zusammen mit anderen bei Bordeauxweinen verwendet, neuerdings auch im Schweizer Tessin angebaut. 

Millésime: Jahrgangs-Armagnac.

Mis
: Französisch für abgefüllt. „Mise en bouteille du Château“ entspricht bei Bordeauxweinen der deutschen Originalabfüllung.

Mostgewicht: Mit Hilfe der von Ferdinand Oechsle (1774 – 1852) erfundene Mostwaage, die später verbessert und durch noch genauere Instrumente ergänzt wurde, wird der ungefähre Zuckergehalt des Weins eines neuen Jahrgangs ermittelt. Das Mostgewicht wird nie auf dem Etikett angegeben, sondern von der Lese im Herbst durch die Presse bekanntgemacht.

Mousseux: Französisches Wort für schäumend. In Deutschland ist moussierend gebräuchlich. Außer bei Schaumweinen auch bei einigen ausländischen Weinen wie Lambruco. Entsteht durch vorzeitigen Abbruch der Gärung.

Müller-Thurgau: Nach dem Erfinder bezeichnete weiße Traubensorte aus einer Kreuzung von Riesling und Silvaner, nicht zu verwechseln mit dem Main-Riesling. Liefert duftige und sehr angenehme Weine, ist früh reif, aber auch gegen Nässesehr anfällig.

Muskat: ist eine in den Mittelmeerländern, aber auch im Elsaß und in Südtirol angebaute Traubensorte, die sehr viele Varianten aufweist. Sie alle besitzen schon als Trauben den typischen, zarten Muskatgeschmack und Geruch. Mit Muskateller identisch. Man unterscheidet zwischen Muskat Blanc, Muskat-Frontignan und Muskat-Ottonel (wird in Österreich viel angebaut). Es gibt auch Kreuzungen von Muskat mit Silvaner und Traminer. 

 

 

N

Natur: bedeutet ein Naturwein, naturrein durften sich aufgrund des nicht mehr gültigen deutschen Weingesetzes von 1930 nur ungezuckerte Weine nennen. Das Weingesetz von 1971 verbietet diese Bezeichnungen, aber auch gleichzeitig die Zuckerung  bei „Qualitätsweinen mit Prädikat“. Bei französischem Champagner und einigen deutschen Sekten bedeutet Natur so viel wie brut oder trocken.

Nervig: ist ein Wein, der noch eine gute Entwicklung verspricht.

 

 

O

Oechsle: In Deutschland wird der Zuckergehalt eines Weins von der Lese nach „Grad Oechsle“ gemessen. Mostgewicht.

Oenologie: Vom griechischem „oinos“ = Wein. Die Wissenschaft von Wein.

Oloroso: ist die wweitwichtigste Sherry- Sorte, meist dunkelfarbig und süßer als die Amontillados und Finos. 

Organologische Prüfung: Fachausdruck für Sinnesprüfung im Gegensatz zur chemischen Analyse.

Originalabfüllung: ist die Bezeichnung für einen im Keller des Erzeugers (Kellerabfüllung) ausgebauten und abgefüllten Wein. In  Deutschland früher nur bei Naturweinen erlaubt.

 

 

P

Pasteurisierung: ist das keimfrei machen durch Erhitzen auf 55 bis 80 Grad C. Bei Tafelweinen bestehen keine Bedenken gegen das Pasteurisieren, dagegen umso mehr bei Qualitätsweinen.

Perlwein: ist ein durch künstliche Zuführung von Kohlensäure leicht schäumend gemachter Wein.

Petit eau: bedeutet kleines Wasser. Es ist die Mischung aus Aqua Destillata und Armagnac Destillat zur langsamen und schrittweise Herabsetzung des im Fass gelagerten Armagnac auf Trinkstärke.

Piemont
: ist das wichtigste und nach Apulien das größte italienisches Weinbaugebiet mit hervorragenden Rotweinen (Barolo, Barbaresco, Gattinara Barbera). Es ist auch Zentrum der Wermut- und Schaumweinherstellung (Asti).

Pinot: ist eine französische Traubensorte, aufgeteilt in Pinot Noir, Pinot Blanc, Pinot Gris, Pinot Chardonnay und Pinot- Meunier. Die Pinot-Noir-Traube liefert den edelsten Burgunder, Pinot Chardonnay weißen Burgunder wie Chablis und auch Champagnerweine. Pinot Gris, in Deutschland Ruländer und im Elsaß fälschlich Tokajer genannt, erbringt Weine unterschiedlicher Qualität. Pinot Blanc wird mehr in Italien angebaut. Pinot Meunier ist eine weniger hochwertige Sorte.

Pomerol: ist ein Anbaugebiet für Bordeauxweine mit sehr guten, aber nicht unbedingt ganz so großen Wein wie das Médoc oder St. Emilion Gebiet.

Pommard: ist der bekannteste rote Burgunder der Côte-d’Or.

Portugieser: ist eine trotz ihres Namens wahrscheinlich aus Niederösterreich stammende Traubensorte, die gut, aber nicht unbedingt sonderlich große Weine liefert. Begehrt sind Weine aus der Portugieser-Traube als Verschnittwein.

Portwein: ist ein seit 1450 erzeugter, gespriteter Wein aus dem nördlichen Teil des Duerotales in allen Geschmacksrichtungen und Farben von weißgelb bis braunrot. Hauptunterschied: Rubyport, verhältnismäßig jung, und Tawnyport, der mehrere Jahre   in Eichenfässer lagert. Außerdem Jahrgangsportweine (Vintage Ports) in besonders guten Jahren und von den Kennern hoch geschätzte weiße Portweine (White Ports).

 

 

Q  

Qualitätswein: ist ein im Weingesetz von 1971 gesetzlich festgelegte Bezeichnung für Wein, die nach einer amtlichen Prüfung frei von Fehlern sein müssen, einem gebietsweise festgesetzten Mindestalkoholgehalt besitzen, einen Prüfungsnummer tragen, ausschließlich aus einem der 11 deutschen Anbaugebieten stammen, deren Most aber mit Zucker angereichert werden darf. 

Qualitätswein mit Prädikat: Elegante und ausgereifte Weine der gehobenen Klasse, amtlich geprüft, ohne Zuckerzusatz zum Most. Eingeteilt in: „Kabinett“, „Spätlese“, „ Auslese“, „Beerenauslese“, „Trockenbeerenauslese“ und „Eisweine“.

 

 

R

Rahn: ist ein Wein, der durch Oxidation braun wird und kurz vor dem Ungenießbar werden steht.

Rancio: ist das typische Bouquet eines völlig ausgereiften Armagnac nach etwa 20-jähriger Fasslagerung.

Rassig
: ist ein Wein mit verhältnismäßig viel Säure. Gilt aber nicht unbedingt ein Lobensprädikat. 

Rauh: ist ein Wein mit zu viel Gerbsäure.

Reblaus:  ist der größte Feind der Weinreben. Rettung vor der Reblaus (Phylloxera vastatrix) war nur durch Aufpropfen von amerikanischen Reben auf einheimische Rebstöcke möglich.

Reif: ist ein Wein auf Höhe seiner Entwicklung.

Rein: ist ein Wein ohne störenden Beigeschmack. Die Bezeichnung war bis zum neuen Weingesetz von 1971 nur für Naturweine erlaubt.

Restsüße: Der nicht in Alkohol und Kohlensäure verwandelten Traubenzucker, entweder bei sehr hohem Zuckergehalt des Mostes oder durch künstliches Stoppen.

Rhôneweine: sind alle Französischen Weine, die an den Ufern der Hängen der Rhône ungefähr zwischen Vienne (südlich von Lyon) und Arles wachsen, darunter der so berühmte wie der Chàteau-Neuf-du-Pape, Hermitage, Lirac und Tavel. Die Qualität der großen Bordeaux und Burgunder erreichen diese Rotweine nicht. Die Rosés sind empfehlenswert, die Weißweine drittklassig.

Riesling: Die vielleicht edelste Weintraube, in Deutschland besonders bevorzugt trotz ihrer späten Reife und Neigung zu Fäulnis bei nassem Herbstwetter. Verlangt als Boden Schiefer oder verwittertes Urgestein.

Rivesaltes: Das Weinbaugebiet Rivesaltes, benannt nach dem Ort Rivesaltes, hat den Status einer Appellation d’Origine Contrôlée. Es wird überwiegend gespriteter Likörwein, Vin Doux Naturel (deutsch: natürlich süßer Wein) erzeugt. Bei der Weinherstellung wird seine Gärung durch Zugabe von Alkohol gestoppt, um die gewünschte natürliche Süße und biochemische Stabilität zu erreichen. Je nach Ausbauart unterscheidet man vier Grundtypen: Grenats reduktiv ausgebaute junge Rotweine, Ambrés oxidativ ausgebaute Weißweine, Tuilés (oxidativ ausgebaute Rotweine) und Hors d’âge (5 Jahre oder ältere Weine der Sorte Ambrés oder Tuilés).Die Weine eignen sich optimal als Dessertwein und als Aperitif: Es werden auch sensationelle Jahrgangs-Weine abgefüllt, die man mindestens 25–30 Jahre lagern kann.
Rioja
: ist ein sehr bekannter spanischer Wein aus dem Tal des Rioja, eines Nebenflusses des Ebro. Größenteils aus spanischen Trauben gewonnen und manchmal von hoher Qualität.

Roséweine: sind nicht wie manchmal angenommen wird, Mischwein aus Weiß- und Rotweintrauben, sondern aus verschiedenen Rotweintrauben gewonnen, die weder vollständig mit den Schalen (wie bei Rotwein), noch ohne diese (wie beim Weißwein) verträgt werden. Die Schale bleibt nur eine gewisse Zeit in dem Most und wird dann entfernt. Die deutsche Bezeichnung ist Weißherbst. Rosés sind immer kühl zu trinken. 

Ruländer: ist auch ein Grauer Burgunder oder (im Elsaß) Tokajer genannt. Stammt von der burgundischen Pinot Gris ab. Liefert gute und gehaltvolle Weine, vor allem am Kaiserstuhl und in der Ortenau. 

Ruwer: ist ein Nebenfluss der Mosel, nördlich von Trier mündend. Die Spitzenweine gehören wie die der Saar zu den besten deutschen Weißweinen.

 

 

S

Saar: ist ein Nebenfluss der Mosel, knapp südlich von Trier mündend. Für die Weine gilt ähnliches wie für die der Ruwer.

Samtig: ist die Bezeichnung für milde, ausgeglichene und sehr körperreiche Rotweine.

St. Emilion: Liefert neben den Weinen des Médoc die wohl besten Bordeaux- Rotweine.

Sauber: ist ein Wein, an dem nach Herkunft, Behandlung von Jahrgang nichts auszusetzen ist.

Säure: Die in der Weintraube vorkommenden Säuren sind Wein-, Apfel- und Milchsäure. Essigsäure kann sich nur durch falsche Behandlung einstellen und verdirbt den Wein. Ein gewisser Säuregehalt ist notwendig, da sonst jeder Wein schal und abgestanden schmecken würde. Wein mit Säure nennt man herb. 

Sauternes: ist ein Teildistrikt des Weibaugebiets Graves südlich von Bordeaux, berühmt für seine Beeren und Trockenbeerenauslesen, die aus der Sauvignon- und Semillon-Traube gewonnen werden. 

Sauvignon: Traubensorte, aus der die weißen Bordeaux, manchmal zusammen mit der Semillon- Traube gekeltert werden.

Schaiava: ist eine Italienische Bezeichnung für die in Südtirol Großvernascht genannte Trauben, aus der unter anderem der echte Kalterer See gewonnen wird.

Schillerwein: ist eine Württembergische Weinspezialität, für die Rot- und Weißwein zusammen gekeltert werden.  

Schönung: ist die gesetzlich erlaubte Methode zur Klärung des Weins durch organische oder chemische Substanzen. Fast alle deutschen Weine werden ohne Qualitätsminderung geschönt.

Schwanz: Tritt ein auffälliger Nachgeschmack beim Probieren eines Weines ein, so hat dieser einen Schwanz. Das kann im Guten wie im Schlechten gelten. 

Schwarzeiche: ist das Rohmaterial für die Fässer des Armagnacs. Das besondere Holz verleiht dem langsam reifenden Armagnac den besonderen charakteristischen Geschmack sowie die typische Farbe.

Schwefeln: Zusatz von Schwefeldioxid, schwefliger Säure oder Sulfiten zum Most oder Wein, um die
Gärung zu verlangsamen oder zu stoppen. Geschwefelter Wein muss dann mit einer neuen Hefekultur geimpft werden.

Semillon: ist eine Französische Weißweintraube, die zusammen mit der Sauvignon-Blanc-Traube den Sauternes und Graves liefert.

Sherry: ist der berühmteste spanische Wein, der in der Umgebung der südspanischen Stadt Jeréz (von den Briten in Sherry verballhornt) wächst. Trocken als Aperitif, süß als Dessertwein getrunken. Man unterscheidet drei Haupttypen: Amontillado, Fino und Oloroso. Da die Flaschen nach dem sogenannten Solera-Verfahren aus Fässern von Weinen verschiedenen Jahrgänge gefüllt werden, gibt es keine typischen Jahrgangssherrys. Es wird auf den Flaschen oftmals der Jahrgang des ersten gelegten Fasses geschrieben.

Sieger-Traube: ist eine von Scheu-Alzey gezüchtete Kreuzung zwischen der Tafeltraube Madeleine Angévine und dem Gewürztraminer. 

Silvaner: wird häufig auch Sylvaner geschrieben. Eine wahrscheinlich aus Transsylvanien (Karpaten) stammenden Weißweintraube, die früh reif, relativ wiederstandfähig sind und je nach Lage und Jahrgang gute bis vorzügliche Weine liefert. Früher als „Österreicher“ bezeichnet, im Elsaß fälschlich Tokajer und in der Schweiz Wallis Johannisberger genannt. 

Sommelier: ist der französische Weinkeller, oft auch Kellermeister, trägt eine Probetasse um den Hals und eine Schürze. 

Spriten: ist das Zusetzen von Hochwertigen Branntweinen vor allem bei Südweinen, um die Gärung zu unterbrechen, möglichst viel Süße zu erhalten und die notwendigen Alkoholgrade zu erreichen. 

Stoppen: Abbrechen der Gärung durch Schwefel oder Kühlen.

Süße: ist kein Qualitätsprädikat für Weine oder doch nur bedingt wie z.B. bei guten Sauternes oder deutschen Beerenauslesen. Bei den meisten anderen Weinen wird die Süße nur durch Spritzen (Südweine), durch Stoppen oder durch Zuckerung erzielt.

 

 

T

Tafelwein: Nur aus geeigneten, amtlich vorgeschriebenen Rebsorten von genehmigten Weinbergen stammende leichte und bekömmliche Weine mit einem Alkoholgehalt von 8,5 Prozent. Zuckerung ist in den behördlich vorgeschriebenen Mengen erlaubt. Deutscher Tafelwein darf mit Ausnahme von Rotweinen, für die bis 1979 ausländischen Rotwein mit verwandt werden kann, aus deutschen Tafelweinbaugebieten stammen. 

Tannin: ist ein Gerbstoff, der je nach Traubensorte mehr oder weniger stark bei jüngeren Rotweinen in Erscheinung trifft.

Tavel: ist vielleicht der beste französische Roséwein aus den Anbaugebieten der Rhône.

Ténareze: ist eine Unterregion des Armagnac und auch eine Appelation.

Terlaner: ist ein gern getrunkener Südtiroler Weißwein aus dem gleichnamigen Ort im Etschtal.

Tokajer: ist der berühmteste ungarische Wein aus der Furmint- Traube, bis auf den trockenen Szamorodner ein hochwertiger, schwerer Dessertwein, dessen besten Sorten deutschen Beerenauslesen gleichen. 

Traminer: ist eine der ältesten Traubensorten, die schon im alten Ägypten angebaut wurden. Sehr anpassungsfähig und variantenreich. Stellt hohe Ansprüche an den Boden und liefert erstklassige Weine, die allerdings nicht jedermanns Geschmack sind. In Baden „Clevner“ genannt.

Trocken: bedeutet bei Weinen der Gegensatz von süß. Alkoholfrei.

Trockenbeerenauslese: ist ein Spitzenerzeugnis des deutschen Bordeaux. Es dürfen nur voll reife, unbeschädigte, gesunde und zu Rosinen zusammengeschrumpfte Beeren mit der Hand gepflückt werden.

Trolliger: Praktisch nur in Württemberg und Südtirol, wo sie Großvernascht genannt wird, angebaute Traubensorte. Die aus ihr gekelterten Weine erinnern geschmacklich an Beaujolais. 

 

 

V

Valdepenas: ist einLeichter, aber sehr guter Rotwein aus der spanischen Mancha (Neukastilien), der Heimat Don Quichotes.

Valpolicella: ist einer der besten italienischen Rotweine aus der Gegend nordwestlich von Verona.

V.D.Q.S.: ist die Abkürzung von Vins Délimités de Qualité Supérieure. Gütesiegel, das in etwa dem deutschen Weinsigel entspricht, aber nicht ganz so hochwertige Weine wie die der Appellation contrôllée auszechnet.

Veltliner: ist der Italienische Valtellina. Ein sehr süffiger, wenn zwei bis drei Jahre gelagert, ausgezeichneter Rotwein aus dem Gebirgstälern südlich der Schweizer Grenze.

Verbessern: bedeutet keineswegs Panschen, sondern ist eine kellertechnische Maßnahme zur Erhöhung oder Erhaltung des Zuckergehalts bzw. zum Abbau von zu vielen  Säuren.

Verschnitt: Mischung aus verschiedenen Weinen und Mosten, fälschlich für ein negatives Merkmal gehalten. Alle Bordeaux sind z.B. Verschnitt-Weine. Auch im Bereich des Armagnacs gibt es den Verschnitt. Auch hier werden verschiedene Rebsorten oder verschiedene Unterregionen sowie unterschiedliche Jahrgänge gemischt.

Vin Ordinaire: In Frankreich billiger Konsumwein, oft aus Algerien stammend oder mit algerischen Weinen verschnitten. 

Vino Corriente: In Spanien einfacher Tisch– oder Konsumwein.

Vino Tino: heißt auf Spanisch: Rotwein. 

V.O.: Very Old, es ist die Klassifikation eines Verschnitts mit Mindestalter von vier Jahren.

Voll: Der Ausdruck bezieht sich nicht auf den Alkoholgehalt, sondern auf die Fülle an Körper.

V.S.O.P: Very Superior Old Pale, Klassifikation wie auch V.O.

 

 

W

Wachstum: ist die Bezeichnung für die Herkunft des Wein, gibt meist die Lage oder den Besitzer des Weinguts an. (Gleichbedeutend mit Kreszenz)

Weinsiegel: Deutsches Weinsiegel; V.D.Q.S.

Weißherbst: Roséweine.

Wermut: Häufig noch Vermouth (englisch) geschrieben. Gespriteter und mit Kräutern und Drogen gewürzter Wein, dessen wichtigster  Bestandteil eine südeuropäische Beifußart (Artemisia absinthium) ist. Französischer Wermut ist meist hell und trocken. Italienischer Wermut gliedert sich in Vermout Bianco (hell und süß), Vermout Dry oder Secco (trocken) und Vermout Amaro (halbbitter).

Winzergenossenschaften: Freier Zusammenschluss von Weinbauern auf genossenschaftlicher Grundlage zur gemeinsamer ernte, Lagerung und zum gemeinsamen Verkauf. Sie haben den Verbraucher gegenüber die gleichen Rechte und Pflichten wie Einzelbesitzer eines Weinguts. 

Wuchtig: Ein Wein mit viel Alkohol und viel Körper.

Würzig: Weine mit einer natürlichen, auf Bodenbeschaffenheit und Traube geruhenden Würze. 

 

 

Z

Zierfandler: Nur in Österreich und dort wiederum im sogenannten Südbahngebiet beheimatete Weißweintraube. 

Zuckerung: Zusätzliche Anreicherung des im Most vorhandenen Traubenzuckers durch normalen Zucker, der dem Most zugesetzt werden muss, bei Weinen, deren Oechslegrade nicht ausreichen, um den gesetzlich vorgeschriebenen Alkoholgehalt zu garantieren (Trockenzuckerung). Die früher übliche Nasszuckerung, bei der der Zucker, in Wasser aufgelöst, als Sirup zugeführt wurde, ist nicht mehr erlaubt.


Quelle: Das 1 x 1 des guten Weins

Zuletzt angesehen